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Wiederkehrende Prüfung

Tankinspektion

ISO/IEC 17020
Momentaufnahme einer Inspektion

Was ist eine Inspektion?

Die Tankinspektion bewertet die strukturelle Integrität von Behältern für Flüssigkeiten oder Gase. Sie kann von außen (in-service) oder nach Entleerung und Reinigung von innen (out-of-service) erfolgen; der Umfang unterscheidet sich dabei deutlich.

Warum wird sie durchgeführt?

Ziel ist, Leckagen und strukturelles Versagen zu verhindern, die Restlebensdauer abzuschätzen und das nächste Prüfintervall festzulegen. Der kritischste Bereich von Lagertanks ist der nicht unmittelbar einsehbare Bodenblechbereich.

Für welche Ausrüstung gilt sie?

  • Drucklose Lagerbehälter
  • Kraftstoff- und Chemikalienlagerbehälter
  • Erdtanks
  • Wasserspeicherbehälter
  • Druck-Lagerbehälter

Rechtsgrundlage und Intervall

Es gibt kein einheitliches Intervall. Die Prüffrist richtet sich nach der restriktivsten von drei Quellen: der Höchstfrist der geltenden Arbeitsmittelvorschriften, der Herstelleranweisung in der Betriebsanleitung und der Gefährdungsbeurteilung des Betreibers. Schwerer Einsatz, korrosive Umgebung oder Schichtbetrieb verkürzen sie. Der nächste Prüftermin wird im Bericht angegeben.

Umfang der Inspektion

  • Mantelbleche: Wanddicke, Korrosion, Verformung
  • Bodenbleche: Unterseitenkorrosion, Setzung und Verformung
  • Dach: Konstruktion, Dichtheit von Fest-/Schwimmdach, Entwässerung
  • Schweißnähte und Stutzenanschlüsse
  • Verankerung und Fundamentsetzung, Nivellierungsmessungen
  • Be- und Entlüftungs- sowie Über-/Unterdruckventile
  • Kathodischer Korrosionsschutz (falls vorhanden) und dessen Wirksamkeit
  • Zustand von Beschichtung und Anstrichsystem
  • Sekundäre Auffangwanne und Entwässerungssystem
  • Füllstandsanzeiger und Überfüllsicherung

Zugehörige Normen

  • ISO/IEC 17020
  • EN 14015
  • API 653
  • EN 12285
  • ISO 9712

Verfahren und Ausrüstung

  • Ultraschall-Dickenmessgerät
  • Magnetstreuflussprüfgerät (MFL) (für Bodenbleche)
  • Vakuumkasten (für Bodennahtdichtheit)
  • Nivellier- und Setzungsmessgeräte
  • Holiday-Detektor (für Beschichtungskontrolle)
  • Potentialmessgerät für kathodischen Schutz

Inspektionsablauf

  1. 1Vorabinformation und PlanungAnlagenverzeichnis, Kapazitätsdaten, Herstelleranweisungen und frühere Prüfberichte werden zusammengetragen; Prüftermin und Baustellenbedingungen werden geplant.
  2. 2DokumentenprüfungKonformitätserklärung, Betriebsanleitung, Wartungsnachweise und gegebenenfalls Nachweise über die Behebung früherer Abweichungen werden geprüft.
  3. 3SichtprüfungTragstruktur, Verbindungen, Schutzeinrichtungen und Warnkennzeichnungen werden in Augenschein genommen; Verschleiß, Verformung und Korrosion werden beurteilt.
  4. 4Funktions- und SicherheitseinrichtungsprüfungSicherheitseinrichtungen wie Bremsen, Endschalter, Not-Halt und Überlastschutz werden im Betrieb überprüft.
  5. 5Messung und LastprobeJe nach Art der Ausrüstung werden Lastprobe, Druckprüfung oder elektrische Messungen durchgeführt. Die Prüfwerte richten sich nach den Herstellergrenzwerten und der einschlägigen Norm.
  6. 6Bewertung und BerichterstattungDie Feststellungen werden als konform / nicht konform / bedingt konform bewertet; Bericht und Prüfplakette werden ausgestellt.
  7. 7NachverfolgungBestehen Abweichungen, erfolgt nach deren Behebung eine Nachprüfung; der nächste Prüftermin wird im Bericht angegeben.

Abweichungen

Unterschreiten Mantel- oder Bodendicke den berechneten Mindestwert, sind Instandsetzung oder eingeschränkte Betriebsbedingungen erforderlich. Undichtigkeiten der Bodennähte und übermäßige Setzung sind ebenfalls schwere Befunde.

Inspektionsbericht

  • Angaben zur Inspektionsstelle und zum Prüfpersonal
  • Identifikation der Ausrüstung: Marke, Typ, Seriennummer, Tragfähigkeit, Baujahr
  • Angewandte Norm und Prüfumfang
  • Eingesetzte Messmittel und deren Kalibrierdaten
  • Befunde aus Sichtprüfung und Funktionskontrolle
  • Werte der Last- bzw. Druckprüfung
  • Festgestellte Abweichungen und deren Schweregrad
  • Ergebnis (konform / nicht konform / bedingt konform) und nächster Prüftermin

Akkreditierung

Inspektionstätigkeiten werden nach ISO/IEC 17020 durchgeführt; die Norm fordert Unparteilichkeit der Inspektionsstelle, Kompetenz des Personals und Validität der Prüfverfahren. Nach dem Unparteilichkeitsgebot darf, wer eine Ausrüstung wartet oder instand setzt, deren unabhängige Prüfung nicht durchführen. EUROLAB verfügt über eine international anerkannte Akkreditierung nach ISO/IEC 17020 von Unterzeichnerstellen der ILAC-Vereinbarung; da der akkreditierte Geltungsbereich je Inspektionsart festgelegt ist, wird er im Angebotsstadium schriftlich bestätigt.

Geltungsbereich und Befugnisse

Zugehörige Inspektionen

Häufige Fragen

Kann der Tank ohne Entleerung geprüft werden?

Teilweise. Bei der externen Prüfung werden Mantelstärke, Dach, Beschichtung und Fundament bewertet; die Unterseite der Bodenbleche und die innere Korrosion können jedoch erst nach Entleerung und Reinigung des Tanks bewertet werden. Die beiden Prüfarten ergänzen einander.

Wie wird das nächste Prüfdatum festgelegt?

Die Restlebensdauer wird anhand der gemessenen Dicke, der Auslegungsmindestdicke und der berechneten Korrosionsrate abgeschätzt. Das Intervall wird auf Grundlage dieser Abschätzung und der Höchstgrenze der anzuwendenden Norm festgelegt; bei schneller Korrosion verkürzt sich das Intervall.

Wer darf die Prüfung durchführen?

Die Prüfung erfolgt durch eine nach ISO/IEC 17020 akkreditierte Inspektionsstelle und deren beauftragtes Prüfpersonal. Die Unparteilichkeit der Stelle ist grundlegend: Wer die Ausrüstung wartet, darf deren wiederkehrende Prüfung nicht als unabhängige Prüfung durchführen.

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