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Wiederkehrende Prüfung

Druckerhöhungsanlagen-Inspektion

ISO/IEC 17020
Momentaufnahme einer Inspektion

Was ist eine Inspektion?

Die Inspektion von Druckerhöhungsanlagen umfasst die Druckwasserversorgung und insbesondere das Membranausdehnungsgefäß. Dieses ist ein Druckbehälter und unterliegt, da es Druckschwankungen aufnimmt, einer dauernden Ermüdungsbeanspruchung.

Warum wird sie durchgeführt?

Ziel ist, die Integrität des Gefäßes und die Funktion der Sicherheitsausrüstung nachzuweisen sowie betriebliche Fehler zu erkennen, die die Anlage verschleißen — etwa häufiges Takten (Kurzzyklus).

Für welche Ausrüstung gilt sie?

  • Membran-Ausdehnungsgefäße
  • Hauswasserwerk-Pumpengruppen
  • Feuerlösch-Druckerhöhungsanlagen
  • Druckhaltungseinheiten
  • Wasserspeicher und Verteilungsleitungen

Rechtsgrundlage und Intervall

Es gibt kein einheitliches Intervall. Die Prüffrist richtet sich nach der restriktivsten von drei Quellen: der Höchstfrist der geltenden Arbeitsmittelvorschriften, der Herstelleranweisung in der Betriebsanleitung und der Gefährdungsbeurteilung des Betreibers. Schwerer Einsatz, korrosive Umgebung oder Schichtbetrieb verkürzen sie. Der nächste Prüftermin wird im Bericht angegeben.

Umfang der Inspektion

  • Ausdehnungsgefäß: äußere Korrosion, Verformung, Wanddicke
  • Membranzustand und Vordruck (Luftpolster)-Wert
  • Ansprechdruck und Öffnungsfunktion des Sicherheitsventils
  • Einstellungen des Druckschalters und Einschaltintervall
  • Manometer und Kalibrierstatus
  • Pumpe: Leckage, Dichtung, Vibration, Verbindungselemente
  • Rückschlagventil und Absperrventile
  • Elektroschaltschrank, Motorschutz und Erdung
  • Trockenlaufschutz

Zugehörige Normen

  • ISO/IEC 17020
  • EN 13445-Reihe
  • ISO 4126-1
  • EN 12845 (Brandschutzsysteme)

Verfahren und Ausrüstung

  • Ultraschall-Dickenmessgerät
  • Kalibrierte Manometer und Druckmessgeräte
  • Prüfstand für Sicherheitsventile
  • Elektrische Messgeräte
  • Vibrationsmessgerät (zur Pumpenbeurteilung)

Inspektionsablauf

  1. 1Vorabinformation und PlanungAnlagenverzeichnis, Kapazitätsdaten, Herstelleranweisungen und frühere Prüfberichte werden zusammengetragen; Prüftermin und Baustellenbedingungen werden geplant.
  2. 2DokumentenprüfungKonformitätserklärung, Betriebsanleitung, Wartungsnachweise und gegebenenfalls Nachweise über die Behebung früherer Abweichungen werden geprüft.
  3. 3SichtprüfungTragstruktur, Verbindungen, Schutzeinrichtungen und Warnkennzeichnungen werden in Augenschein genommen; Verschleiß, Verformung und Korrosion werden beurteilt.
  4. 4Funktions- und SicherheitseinrichtungsprüfungSicherheitseinrichtungen wie Bremsen, Endschalter, Not-Halt und Überlastschutz werden im Betrieb überprüft.
  5. 5Messung und LastprobeJe nach Art der Ausrüstung werden Lastprobe, Druckprüfung oder elektrische Messungen durchgeführt. Die Prüfwerte richten sich nach den Herstellergrenzwerten und der einschlägigen Norm.
  6. 6Bewertung und BerichterstattungDie Feststellungen werden als konform / nicht konform / bedingt konform bewertet; Bericht und Prüfplakette werden ausgestellt.
  7. 7NachverfolgungBestehen Abweichungen, erfolgt nach deren Behebung eine Nachprüfung; der nächste Prüftermin wird im Bericht angegeben.

Abweichungen

Eine unterschrittene Wanddicke, eine gerissene Membran oder ein nicht öffnendes Sicherheitsventil erfordern Maßnahmen. Ein zu eng eingestelltes Druckschalterband lässt die Pumpe ständig takten und frühzeitig ausfallen; auch dies wird berichtet.

Inspektionsbericht

  • Angaben zur Inspektionsstelle und zum Prüfpersonal
  • Identifikation der Ausrüstung: Marke, Typ, Seriennummer, Tragfähigkeit, Baujahr
  • Angewandte Norm und Prüfumfang
  • Eingesetzte Messmittel und deren Kalibrierdaten
  • Befunde aus Sichtprüfung und Funktionskontrolle
  • Werte der Last- bzw. Druckprüfung
  • Festgestellte Abweichungen und deren Schweregrad
  • Ergebnis (konform / nicht konform / bedingt konform) und nächster Prüftermin

Akkreditierung

Inspektionstätigkeiten werden nach ISO/IEC 17020 durchgeführt; die Norm fordert Unparteilichkeit der Inspektionsstelle, Kompetenz des Personals und Validität der Prüfverfahren. Nach dem Unparteilichkeitsgebot darf, wer eine Ausrüstung wartet oder instand setzt, deren unabhängige Prüfung nicht durchführen. EUROLAB verfügt über eine international anerkannte Akkreditierung nach ISO/IEC 17020 von Unterzeichnerstellen der ILAC-Vereinbarung; da der akkreditierte Geltungsbereich je Inspektionsart festgelegt ist, wird er im Angebotsstadium schriftlich bestätigt.

Geltungsbereich und Befugnisse

Zugehörige Inspektionen

Häufige Fragen

Warum wird der Vordruck des Ausdehnungsgefäßes kontrolliert?

Das Luftpolster auf einer Seite der Membran nimmt Druckschwankungen auf. Sinkt der Vordruck, verliert der Tank seine Funktion, die Pumpe schaltet häufig ein, und sowohl Pumpe als auch Tank verschleißen rasch. Der Vordruck wird bei abgeschaltetem System gemessen.

Wer darf die Prüfung durchführen?

Die Prüfung erfolgt durch eine nach ISO/IEC 17020 akkreditierte Inspektionsstelle und deren beauftragtes Prüfpersonal. Die Unparteilichkeit der Stelle ist grundlegend: Wer die Ausrüstung wartet, darf deren wiederkehrende Prüfung nicht als unabhängige Prüfung durchführen.

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