Wird geladen

Zerstörungsfreie Prüfung (ZfP)

MT Magnetpulverprüfung

ISO/IEC 17020EN ISO 9712
Momentaufnahme einer Inspektion

Was ist eine Inspektion?

Die Magnetpulverprüfung beruht darauf, dass ein ferromagnetischer Werkstoff magnetisiert wird und die aufgebrachten Partikel sich im Streufeld einer Unregelmäßigkeit sammeln und den Fehler sichtbar machen. Anders als die PT findet sie auch oberflächennahe, nicht offene Fehler.

Warum wird sie durchgeführt?

Ziel ist, Oberflächen- und oberflächennahe Risse in Bauteilen aus Stahl und Gusseisen schnell und kostengünstig zu erkennen.

Für welche Ausrüstung gilt sie?

  • Schweißnähte aus unlegiertem und niedriglegiertem Stahl
  • Schmiede- und Gussstahlteile
  • Kranhaken und Anschlagmittel
  • Rotierende Teile wie Wellen, Zahnräder und Achsen
  • Schweißnähte von Druckgeräten

Rechtsgrundlage und Intervall

Die ZfP hat keine eigene Frist; ihre Häufigkeit ergibt sich aus dem Prüfprogramm, dem sie dient. In der Fertigung bestimmt der von Produktnorm und Spezifikation geforderte Prüfumfang (z. B. ein bestimmter Prozentsatz der Schweißnähte), im Betrieb das Asset-Integrity- bzw. risikobasierte Prüfprogramm.

Umfang der Inspektion

  • An die Oberfläche tretende Risse
  • Oberflächennahe (unter der Oberfläche liegende) Unstetigkeiten
  • Falten-, Naht- und Schleifrisse
  • Ermüdungsrisse
  • Risse in Schweißnaht und Wärmeeinflusszone

Zugehörige Normen

  • ISO/IEC 17020
  • ISO 9934-1
  • ISO 9934-2
  • ISO 9934-3
  • EN ISO 17638
  • EN ISO 23278
  • ISO 9712

Verfahren und Ausrüstung

  • Joch- oder Prod-Magnetisierungsausrüstung
  • Magnetpulversuspension (farbig oder fluoreszierend)
  • UV-A-Lampe und Dunkelkammer (für Fluoreszenzsysteme)
  • Feldanzeigestreifen und Berthold-Prüfstück
  • Magnetfeldstärkemesser
  • Entmagnetisierungsausrüstung

Inspektionsablauf

  1. 1Auswahl von Verfahren und TechnikArt und Lage der gesuchten Unregelmäßigkeit sowie die Werkstoffeigenschaften werden bewertet, um Verfahren und Technik festzulegen; eine schriftliche Prüfanweisung wird erstellt.
  2. 2Verifizierung von Personal und AusrüstungStufe und Industriesektor-Qualifikation des Prüfers nach EN ISO 9712 sowie die Kalibrierunterlagen der Geräte werden kontrolliert.
  3. 3OberflächenvorbereitungDie Prüffläche wird verfahrensgerecht vorbereitet; Beschichtung, Rost und Verschmutzung beeinflussen die Empfindlichkeit unmittelbar.
  4. 4Kalibrierung und EmpfindlichkeitsnachweisMit Vergleichskörper oder Kontrollprobe wird nachgewiesen, dass das System die gesuchte Unregelmäßigkeit anzeigt.
  5. 5Durchführung der PrüfungDie Abtastung erfolgt nach Prüfanweisung; Anzeigen werden aufgezeichnet und lokalisiert.
  6. 6BewertungAnzeigen werden nach der geltenden Abnahmenorm daraufhin bewertet, ob es sich um Fehler handelt; sie werden ausgemessen.
  7. 7BerichterstattungVerfahren, Technik, Ausrüstung, Kalibrierung, Befunde und Abnahmekriterium werden im Bericht gemeinsam ausgewiesen.

Abweichungen

Anzeigen werden als linear oder rundlich klassifiziert und nach einer Abnahmenorm wie EN ISO 23278 bewertet. Falsche Anzeigen (Geometrie, Werkstoffgefüge, magnetische Schrift) müssen von echten Fehlern unterschieden werden.

Inspektionsbericht

  • Inspektionsstelle sowie Stufe und Sektor des Personals nach EN ISO 9712
  • Angewandtes Verfahren, Technik und Nummer der schriftlichen Prüfanweisung
  • Geprüftes Bauteil, Schweißnaht und Lageskizze
  • Ausrüstung, Verbrauchsmaterial und Kalibriernachweise
  • Oberflächenzustand und Prüfbedingungen
  • Aufgezeichnete Anzeigen, deren Lage und Abmessungen
  • Angewandte Abnahmenorm und Bewertungsergebnis
  • Annahme-/Ablehnungsentscheidung

Akkreditierung

Die zerstörungsfreie Prüfung wird als akkreditierte Inspektionstätigkeit nach ISO/IEC 17020 durchgeführt. Zweiter bestimmender Faktor ist die Personalqualifikation: Der Prüfer muss nach EN ISO 9712 für Verfahren, Stufe und Industriesektor zertifiziert sein. Eine Prüfung mit einem Verfahren außerhalb dieses Zertifikatsumfangs gilt nicht. EUROLAB verfügt über eine international anerkannte Akkreditierung nach ISO/IEC 17020, erteilt von Akkreditierungsstellen, die Unterzeichner der ILAC-Vereinbarung zur gegenseitigen Anerkennung sind.

Geltungsbereich und Befugnisse

Zugehörige Inspektionen

Häufige Fragen

Bei welchen Werkstoffen kann die MT nicht angewendet werden?

Sie kann bei nicht ferromagnetischen Werkstoffen nicht angewendet werden: austenitischer nichtrostender Stahl, Aluminium, Kupfer, Titan und Kunststoffe fallen darunter. Bei diesen Werkstoffen wird für Oberflächenfehler PT oder ET eingesetzt.

Warum wird die Magnetisierung in zwei Richtungen durchgeführt?

Eine Unstetigkeit wird am besten sichtbar, wenn sie senkrecht zu den Feldlinien steht; ein zum Feld paralleler Riss zeigt fast keine Anzeige. Deshalb wird jeder Bereich in zwei zueinander senkrechten Richtungen magnetisiert und abgetastet.

Warum ist eine Entmagnetisierung erforderlich?

Die im Bauteil nach der Prüfung verbleibende Restmagnetisierung kann bei nachfolgender Bearbeitung Späne anziehen, den Schweißlichtbogen ablenken oder bei der Montage Probleme verursachen. Wenn die Spezifikation es fordert, wird entmagnetisiert und das Restfeld messtechnisch bestätigt.

Wer darf die Prüfung durchführen?

ZfP-Personal wird nach EN ISO 9712 nach Verfahren, Stufe (1, 2, 3) und Industriesektor zertifiziert. Stufe 1 führt die Prüfung durch, Stufe 2 bewertet und berichtet, Stufe 3 erstellt Prüfanweisungen und wählt das Verfahren. Eine Prüfung in einem Verfahren oder Sektor außerhalb des Zertifikats gilt nicht.

Wir verwenden die für den Betrieb der Website erforderlichen Cookies. Mit Ihrer Zustimmung setzen wir zusätzlich ein Analyse-Cookie ein, um die Nutzung der Seiten zu verstehen. Cookie-Richtlinie